• Heiko Römhild

Heiko's Methode, um unsichtbare Veränderungen zu messen

Vielleicht habe ich nicht ausreichend gut recherchiert und schmücke mich falschen Federn. In meiner Kreativität und in meiner eigenen Vorstellung habe ich mir diese Methode selbst ausgedacht. Ich war in der Not, einem Team dabei zu helfen, sich selber einzuschätzen. Mir ging es auch, die Vielfalt der Perspektiven und Meinungen sichtbar, beobachtbar und diskutierbar zu machen.

Das erste Mal hatte ich diese Idee, als ich kurzfristig als Trainer für ein Seminar zur systemischen Teamentwicklung eingeladen wurde. Ich wollte den Teilnehmern klarmachen, was es bedeutet in einem "Feld" von Mitarbeitern und Meinungen, mit Konflikten konstruktiv und wertschätzend umzugehen. Sie sollten es nicht hören, sondern selber am eigenen Leibe erfahren.


Skalierungsfrage


Die Skalierungsfrage habe ich mir von Steve de Shazer abgeschaut. Auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 1 das schlecht möglichste Ergebnis darstellt und 10 ein Ergebnis darstellt, das zu gut ist, um dauerhaft gesund zu sein. Also wäre die 8 ein bestes Ergebnis für dauerhaften und gesunden Erfolg. Diese Gestaltung soll den perfektionistischen Antreibern, die einen unglaublichen Stress verursachen können und für 80-90 Prozent der Burnouts von Leistungsträgern verantwortlich ist, meiner Meinung nach. Der große Vorteil der Skalierungsfrage ist, dass diese Frage kulturelle Unterschiede überwindet und kein Wissen voraussetzt. Jeder Mensch ist in der Lage zu schätzen, zu allen möglich oder auch unmöglichen Fragestellungen.


Matrix oder Möglichkeitsräume


Wenn ich eine einzige Frage stelle - eröffne ich einen eindimensionalen Raum. Zum Beispiel: Wie zufrieden bist du als Kunde von xy, auf einer Skala von 1 bis 10?

Wenn ich nun auf der zweiten Dimension die unterschiedlichen Kunden aufzähle, hätte ich schon eine Matrix von Kunden / Kundenzufriedenheit.

Interessanter wird es jedoch, wenn ich jetzt mehrdimensional Räume aufmache. Im Vertrieb könnte ich jetzt folgende Dimensionen eröffnen.

  • Wie zufrieden sind die Kunden?

  • Wie groß ist das Umsatzwachstum?

  • Welche Kunden sind die ertragreich?

Für Teamentwicklung könnten die Fragen wie folgt lauten:

  • Wie groß ist mein Vertrauen in das Team?

  • Wie klar sind mir die gemeinsamen Ziele des Teams?

  • Haben wir die notwendigen Organisationsformen?

  • Sind in unserem Team Konflikte möglich?

  • Wie gut sind wir in der systematischen Lösung von Problemen?


Tabelle


Ein einfaches Beispiel der Matrix. Wir können anonyme die Werte abfragen. Es bietet sich an eine Summe / Ist Wert zu errechnen und einen Soll-Wert vorzugeben. Somit sind Soll-Ist Abweichungen beobachtbar. Spread bezeichnet den Unterschied vom kleinsten und größten Wert.

Person 1

Person n

Summe / Ist

Soll

Spread

Vertrauen

5

8

13

14

3

Ziele

3

9

12

16

6

Konflikte

6

7

13

12

1

Mögliche Fragen: Warum haben wir einen hohen Unterschied bei den Zielen? Was genau verstehst du unter Zielen? Was müssten wir tun, um das Verständnis über Ziele zu erhöhen?


Beobachten und steuern von gewünschten Veränderungen


Das besondere diese Methode ist die Möglichkeit Veränderungen in allen Bereichen sichtbar und somit auch steuerbar zu machen. Je nachdem, wie groß oder schnell Veränderungen möglich sind, bietet sich die Wiederholung der Befragung an. Vertrauen dauert sicher länger, bis hier eine nachhaltige Veränderung spürbar ist. Die Klarheit über Ziele sollte jedoch unmittelbar möglich sein. Hier dürfte keine Zeit verschwendet werden und so schnell wie möglich für alle Beteiligte Klarheit über Ziele herstellen.

Ertrag pro Kunden lässt sich sicher aus der Buchhaltung ermitteln, doch ist der Ertrag pro Kunde ein reiner Buchhaltungswert oder steckt in einem Ertrag nicht viel mehr? Also all die unbewussten, unwillkürlichen Erträge lassen sich über eine Schätzfrage erfassen. Ich würde natürlich immer auch die harten Zahlen ermitteln und den weichen Zahlen gegenüberstellen.




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